Bangkok - ein Städtetrip in 5 Tagen

Wir nehmen unter die Lupe:

Standard Sights, Nacht- und Tagesmärkte, Restaurants, Bars, Clubs, Hotels und ein Reisebüro

Ausgangsbasis unseres Städtetrips war das Shanghai Mansion Bangkok in Chinatown. Wie es dazu kam? Das ging ganz einfach: Als wir die Flüge gebucht haben, hat uns die Website die hübschen Fotos von diesem Hotel gleich mit untergejubelt. Wir, total begeistert, sofort reserviert. (Dass ich mich in ein Hotel in Chinatown gewagt habe grenzt allerdings an ein Wunder denn ich war schon einmal in China und wollte dort, wie auch in die global verstreuten Look-alikes, nie wieder rein.)

Aber die Bewertungen des Hotels sind laut Recherche nach drei Jahren genauso gut und obwohl mir das Viertel nicht sehr zugesagt hat, das Hotel hat seine Versprechungen gehalten.

Shanghai Mansion Bangkok: 481 Yaowarat Rd, Khwaeng Samphanthawong, Khet Samphanthawong, Krung Thep Maha Nakhon 10100, Thailand Shanghai Mansion

Welcome to Chinatown

Also, unser Trip startet: völlig fertig, schwitzend und vor allem HUNGRIG am Hotel angekommen, wollten wir unbedingt sofort die köstliche regionale Küche kosten und uns den Bauch voll schlagen. Dummerweise waren wir aber in Chinatown. Was da so aus den Garküchen dampft, riecht nicht sonderlich appetitlich. Also kucken wir ziemlich blöde aus der Wäsche. Taxifahrer sind ja auf solche Gesichter trainiert wie Trüffelschweine auf ihre Schwammerl. Wir wurden von einem netten Herren in ein Taxi geschubst und kreuz und quer durch Bangkok kutschiert. Schließlich fanden wir uns in einem langweiligen Restaurant mit Außenterrasse wieder. Das Essen war fade und für Thai-Verhältnisse echt teuer. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Aber gut, kann passieren. Die Reise ging ja erst los.

Start with the sights

Am nächsten Tag hatten wir etwas Großartiges vor: Besuch des Wat Phra Kaew (sag das mal einem Tuk-Tuk Fahrer) und des Grand Palace. Das sind DIE Sightseeing Top Spots überhaupt. Und man muss sagen: Ja, die Anlage ist großartig. Nur sollte man diesen Besuch vormittags oder Abends einplanen, weil die Mittagshitze unerträglich ist und Schattenplätze dort Mangelware sind. Man kann hier mehrere Stunden verbringen und die Architektur bestaunen. Hier fühlt man eine alte thailändische Kultur fernab von Skyscrapern und Verkehrslärm. Dieser Besuch ist selbst nach dem zweiten mal unbedingt zu empfehlen. Mein persönliches Highlight ist allerdings, dass man gleich am nächsten Piersteg (südlich vom Palast, Tha Tien) wunderbar essen kann mit einem fantastischen Blick auf den gegenüberliegenden Tempel Wat Arun. Man nennt ihn auch „Temple of Dawn“. Mit dem Wassertaxi ist dieser Tempel auch sehr leicht zu erreichen und besonders in der Abendstimmung bietet diese Anlage eine sehr eindrucksvolle und meditative Stimmung. GANZ WICHTIG – für Jungs und Mädels gleichermaßen zwingend erforderlich: Angemessene Kleidung sprich die Textilien müssen über Knie und Schultern reichen. Da bringt auch ein Tuch nichts, dass man sich schnell über das Spaghetti-Top wirft.

Wat Phra Kaew: Phra Borom Maha Ratchawang, Phra Nakhon, Bangkok 10200, Thailand
Grand Palace: Na Phra Lan Rd, Phra Nakhon, Bangkok, 10200, Thailand
Wat Arun: 158 Thanon Wang Doem, Khwaeng Wat Arun, Khet Bangkok Yai, Krung Thep Maha Nakhon 10600, Thailand

Tuk Tuk Exkurs

Und weil es einfach so unvergleichlich thailändisch ist, muss man selbstverständlich ALLE Wege in Bangkok mit dem Tuk-Tuk zurücklegen. War das für mich 5 Jahre zuvor noch ein Heidenspaß, sollte sich dieses Unterfangen für ein mitteleuropäisches (und damit zahlungskräftiges) Touristenpärchen als echtes Ärgernis darstellen. Die Preise sind ja allgemein bekannt und doch hatten die Tuk-Tuk Fahrer die Absicht uns offensichtlich übers Ohr zu hauen. Der Preis der Rückfahrt war zig mal so hoch wie er eigentlich sein sollte. Nach einer heftigen Streiterei (zwischen Fahrer und mir, zwischen Rene und Fahrer und schließlich zwischen Rene und mir) haben wir diesen überteuerten Preis bezahlt und uns fürchterlich geärgert. Von da an stiegen wir nur noch zu Taxis mit Taxameter.

Mit dem Longtail durch die Khlongs

Am zweiten Tag hatten wir wieder etwas Großartiges vor: wir trafen unsere Freunde und machten eine Flussfahrt mit einem Long-Tail Boot. Natürlich wurde auch hier wieder gefeilscht aber diesmal waren wir mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Nicht so allerdings mit dem was wir bei dieser Flussfahrt zu sehen bekommen haben. Erst einmal ist so eine Fahrt mit einem Long-Tail Boot natürlich mega spannend. Mit ohrenbetäubenden Geknatter und stinkendem Dieselmotor fährt man schließlich nicht alle Tage durch eine Großstadt. Aber das Flusserlebnis, das schon seit Uhrzeiten den Touristen angeboten wird, entpuppte sich bald als kleiner Horror-Spaßtrip. Man fühlte sich wie in den Disney-Park Booten von „Pirates of the Caribean“ nur dass die Hütten ECHT waren. Durch Unrat wühlte sich das Boot und man fragte sich die ganze Zeit: Echt jetzt? Social Watching ist eine Touristenattraktion? Das ganze ist so abgefuckt, dass man entweder hysterisch lachen will oder gleich weinen möchte. Gott sei Dank, hatte der Skipper eine Kühlbox mit Dosenbier dabei. So konnte man sich das Unwohlsein wegsaufen.
Fazit: don’t do it.

Goin' out #1 - Nightmarket Asiatique

Obwohl anscheinend bei den Backpackern verpönt, ist dieses riesige Eldorado an Geschäften und Restaurants auf jeden Fall einen Besuch wert. Man kann stundenlang durch die kleinen Lädchen bummeln und findet überall schicke Lokale, wo man sehr gut essen kann. Kritische Touristen meinen, diese Plastikwelt hätte nichts mit dem ursprünglichen Bangkok zu tun. Aber da irren sie sich – denn das Hauptpublikum hier sind junge Thais. Und die Küche ist dem europäischen Magen nicht angepasst. Dort ist ein Curry auch ein Curry. Ohne Gemüse. Nur Chillis (René hat das schwer mitgenommen. Selbst Tage später konnte er nur Reissuppe zu sich nehmen). Hier kann man einfach wunderbar abhängen und seine Kumpels treffen. Es gibt Bars und Bühnen für verschiedene Veranstaltungen. Und dazwischen findet sich immer wieder eine kleine Köstlichkeit. Nice – die Mischung aus Basar, Einkaufsmall und Santa Monica Pier. Und das direkt am Fluss.

Asiatique: 2194 Charoen Krung Rd, Khwaeng Wat Phraya Krai, Khet Bang Kho Laem, Krung Thep Maha Nakhon 10120, Thailand
http://www.asiatiquethailand.com

Goin' out #2 - Sirocco @ Lebua Tower

Unser Abend startete im legendären Lebua Tower. Das Restaurant dort ist eigentlich gar nicht so legendär eher die sensationelle Roof-Top Bar gleich daneben. Die ist zwar schon weltberühmt, das hat uns aber nicht gestört. Wir wollten zur Feier des Tages trotzdem hin. Denn ich hatte Geburtstag und bevor wir uns die Drinks in schwindelerregender Höhe bestellten hatten wir die Idee, im Sirocco, dem Edel-Restaurant im Lebua Tower, zu Abend zu essen. WIE Edel das Ganze ist, war mir allerdings nicht klar. Mit Kleid und Highheels ausgestattet, hatte ich zwar das Passende an, aber das Passende im Geldbeutel hat mir gefehlt.

Ich überschlug schnell die Währungskurse und stellte mit Entsetzen fest, dass die Flaschenweine bei 250 Euro anfingen. Upps, das war zu viel. Und ich als Vegetarier kann eh nichts mit exquisiter Sternenküche á la Challans Foie Gras oder Wagyu Beef Ternderloins anfangen. Aber ich will nicht unfair sein. Denn das Restaurant wurde mehrfach ausgezeichnet, hat also diverse Qualitätssiegel erhalten und das möchte ich dem Sirocco auch gar nicht absprechen. Wer das alles mag, ist hier sicherlich gut aufgehoben. Mich persönlich hat die Jazzband genervt und man saß leider fortdauernd im Dunkeln, weil (Roof – Top !!!) keine Lampen von der Decke hängen und die kleinen Tischkerzen im Sekundentakt vom Wind ausgeblasen wurden. ABER: dicker Pluspunkt. Das Team des Siroccos hat uns um kurz vor zwölf einen wirklich köstlichen Schokoladenkuchen auf den Tisch gestellt (und ich glaube, sie haben sogar gesungen).

Goin' out #3 - Narzissus Club & Glow

Als nächstes starteten wir ins Narzissus. Auf diesen Club bin ich gestoßen als ich „Open Air-Club-Bangkok“ in die Suchmaschine eingetippt habe. Da ich keine Locals persönlich kenne, die ich um Rat beten konnte, musste ich mich also auf die Bildrecherche verlassen. Und die versprach einiges: tausende Feierwütige in der Freilicht-Disse mit Pomp und Lasershow. Da wollte ich hin. Aber wie es so ist wenn man im Ausland feiern gehen will – in 50 % der Fälle wird man gnadenlos enttäuscht. So auch wir. Vielleicht waren wir zu früh vor Ort (01:00 Uhr), vielleicht war der Wochentag der Falsche, was auch immer – es war schrecklich langweilig. Es gibt dort mehrere Areas für unterschiedliche Partybedürfnisse. Auf jeder Ebene herrschte gähnende Leere. Nur in einer Bar hatten sich ein paar Besucher verirrt. Auf der Bühne spielte eine schrille Band Coversongs, junge Thaigirls aalten sich an weißen Touris und wir bestellten grottenschlechte Drinks. Danach war klar: wir müssen hier weg. Und nur hundert Meter weiter fanden wir dann die perfekte Location. Das Glow. Große grüne Letter laden in den sonst sehr unauffälligen Club ein. Elektrogewummer dringt nach draußen und uns wurde klar: hier müssen wir rein. Im Inneren erwartete einen dann ein dunkler Elektroschuppen wie er auch in Berlin oder Detroit stehen könnte. Laut, schummrig mit sympathischen Publikum (ein Mix aus Locals und Travellern). Gute Bar, gute Musik (an jenem Abend ein Berliner DJ). Dieser Underground House, Trance und Techno Club ist absolut empfehlenswert.

NARZ Bangkok: 112 Sukhumvit 23 road, Bangkok 10110
Glow Club: Khlong Tan Nuea, Khet Watthana, Krung Thep Maha Nakhon 10110, Thailand

Pratunam Market, Khao San Road & Rambuttri Alley

Es gibt ja unzählige Märkte (Tages, Nacht, Wochen, Wochenend-) in Bangkok. Shoppen scheint hier schon fast zu einer sportlichen Disziplin zu gehören. Es steht jedenfalls ganz oben auf jeder „What to do in Bangkok“ Liste. Also haben wir unsere Rucksäcke geschwungen und sind per Bahn zum Pratunam Market gefahren. Von Außen ist kaum etwas einzusehen. Aber tritt man durch einen der winzigen Eingänge in die zeltähnlichen Konstruktionen, findet man sich in einer Mischung aus Labyrinth und Basar wieder. Hier gibt es absolut alles zu kaufen, was man sich nur vorstellen kann. In aller erster Linie natürlich Mode, warum es für uns Frauen ein ganz besonderes Vergnügen ist, durch diese düsteren und scheinbar unendlichen Gänge zu flanieren. Natürlich kann man auch hier essen und essen und essen. Sprich man kann, wenn man gute Schuhe hat, den ganzen Tag hier verbringen. (Anschließend würde ich einen ganzen Tag im Spa empfehlen :-))
Gleich danach sind wir per Taxi ins Mekka der Backpacker gefahren. Und obwohl wir den Mainstream Routen eigentlich gerne aus dem Weg gehen, in der Khao San Road und der Rambuttri Alley kann man sich wunderbar amüsieren wenn man sich drauf einlässt. Aber es muss einem klar sein, dass es DER Touri-Hotspot überhaupt ist. Natürlich gibt es auch hier die obligatorischen Marktstände. Dazwischen finden sich immer wieder gute Restaurants und lässige Bars. Hier ist immer ein bisschen Volksfeststimmung und ich finde, es ist nach wie vor ein guter Spot um Freunde zu treffen. Fazit: kann man, muss man aber nicht.

Do it - Swimming Pool @ Sofitel

Verkatert von der Khao San Road mussten wir den letzten Tag in Bangkok so smooth wie möglich gestalten. Außerdem hatten wir mittlerweile Tempel, Märkte und Clubs besucht und wollten einfach nur ausspannen und dem Lärm und Streß auf der Straße entkommen. Also suchten wir nach öffentlichen Bädern. Freibäder wie wir sie kennen gibt es natürlich nicht aber einige Hotels in der Stadt (nicht die billigen) bieten den Service an, Nicht-Gäste gegen Gebühr an ihre Pools zu lassen. Wir wählten das schicke Sofitel aus. Mit Badesachen bepackt zahlten wir an der Rezeption ca. 30 Euro pro Person und fuhren mit dem Lift ins oberste Stockwerk. Dort erwartete uns ein Infinity-Pool mit Sicht auf den Lumpini Park. Mit Umkleide, Duschen und einem lässigem Imbiss-Restaurant ausgestattet lassen sich hier auf jeden Fall ein paar Stündchen verplempern.

Sofitel: 2 North Sathorn, Bangkrak, Bangkok 10500, Thailand

Don't do it - Reisebüro

Was eher weniger zu empfehlen ist: die ortsansässigen Reisebüros. Unsere Reiseplanung bestand aus zwei Elementen: Anfang (Bangkok) und Ende (Ko Mak). Wir konnten uns zuhause einfach nicht entscheiden, wo es dazwischen hingehen sollte. Damit noch ein Hauch von Abenteuer übrig blieb, entschlossen wir uns dazu, uns in Thailand spontan auf einen Trip zu begeben. Also mussten wir uns in Bangkok Gedanken machen, wie es danach weiter gehen soll. Wir wussten bereits, dass die Floating Markets touristisch gesehen ausgeschöpft waren. Der alte Spirit des Marktes auf den Khlongs nahe der Stadt hatte sich aufgelöst und übriggeblieben war eine Art Show für die Urlauber. Daran wollten wir nicht teilnehmen. Wir wollten wandern und Tempel bestaunen. Also gingen wir in ein Reisebüro nahe der U-bahn in Chinatown. Ich glaube wir blieben dort drei Stunden. Und haben am Ende nichts gebucht. Die dargebotenen Ausflüge und Rundtrips klangen ungefähr so abenteuerlich wie die Fahrt mit der Wuppertaler Magnetschwebebahn. Die Fotos in den Plastikhüllen konnten uns einfach nicht umstimmen. Weil uns nichts begeistern wollte, bot uns der Herr im Büro eine 5-Tägige Reise nach Chiang Mai an. Das fanden wir irgendwie gut. Allerdings nicht zu seinen Konditionen. Völlig überdreht liefen wir zum nächsten Bahnhof und kauften uns zwei Tickets für den Nachtzug. Im Hotel zurück buchten wir 3 Nächte in einem Guest-House mit Dschungelambiente und freuten uns tierisch auf die kommende Woche.